Kolumne vom 7. Februar 2015 in den “Schaffhauser-Nachrichten”

„Die Schweizer sind den Fürsten feind. Sie sind aufrührerisch und schon seit langer Zeit widerspenstig und ungehorsam gegen ihre Herren. Die Schweizer sind von Verachtung gegen andere und von Anmassung in sich selbst erfüllt.“ Stammt dieses Zitat von Bundespräsidentin Sommaruga, nachdem sie vom EU-Sonnenkönig Juncker mit einem leidenschaftlichen Kuss getröstet wurde? Nein, dieses Zitat stammt von Johannes Heidenberg von Trittenheim, dem deutschen Abt und grossen Gelehrten des 15. Jahrhunderts. Trittenheim und der gesamte europäische Adel ärgerten sich über die Eidgenossen, die ihre Angelegenheiten schon damals lieber selber regeln wollten. Als genau vor einem Jahr die Mehrheit des Schweizer Volkes die fremdbestimmte, unkontrollierte Masseneinwanderung wieder selber bestimmen wollte, war es wieder einmal so weit. Die politischen Eliten und Herrscher, die wenig von Eigenbestimmung aber viel von Staatsmacht halten, ärgerten sich am 9. Februar 2014 grün und blau über das widerspenstige Volk der Eidgenossen.

„Das Schweizer Volk ist in einen Abgrund des Irrtums und des Ungehorsams gestürzt. Bitten wir Gott, dass jenes Volk endlich erleuchtet werde und zum Reich, von dem es getrennt ist, zurückkehre, Könige und Fürsten anerkenne und Gehorsam leiste.“ Stammt dieses Zitat von einem der Parteipräsidenten von Mitte-Links? Gemäss gut unterrichteten Quellen beraten sich die Parteien von Mitte-Links bereits jetzt schon, wie sie im kommenden Dezember verhindern können, dass die ungehorsame Schweizerische Volkspartei auch weiterhin nicht angemessen in der Landesregierung vertreten sein wird. Nein, dieses Zitat stammt vom Jakob Wimpheling, auch einem Prediger des 15. Jahrhunderts. Wimpheling beklagte sich über die merkwürdige Schweiz mit ihrer „wilden Staatsform“, die nichts mit der Monarchie oder Aristokratie gemein habe. Erstaunlich. Damals wie heute scheint es den selbsternannten Eliten schlicht unmöglich, die Bedürfnisse und Anliegen der Bevölkerung zu akzeptieren.

„Sorgt in der Schweiz eine Radikalsekte dafür, dass dem Land die Pöbelfreiheit erhalten bleibt?“ Stammt diese Frage von einem der zahlreichen Neider der Schweizerischen Volkspartei? Nein, diese Frage stammt von König Friedrich Wilhelm IV. von Preussen. Der preussische König meinte, die umliegenden Mächte haben aus Selbsterhaltungspflicht das Recht, der Schweiz im Notfall die Pöbelfreiheit zu entreissen. Für Friedrich Wilhelm IV. war die Freiheit der Eidgenossen „Deckel der Bosheit und des Pestgreuels“. Die Geschichte wiederholt sich. Immer wieder. Damals wie heute geht es um zwei grundverschiedene Staatsmodelle. Auf der einen Seite die totalitäre Staatsmacht, die über das Volk bestimmt und den Bürger hauptsächlich als gemeinen Steuerzahler betrachtet. Auf der anderen Seite die demokratische Staatsform der Eidgenossenschaft, die seit 1291 auf Eigenbestimmung und Freiheit basiert.

Dass die Bürger der umliegenden Länder die Freiheit der Eidgenossen zunehmend bewundern, ist für die benachbarten Regierungen nicht ungefährlich. Deshalb versucht der nicht vom Volk gewählte EU-Präsident Juncker, unsere Mitte-Links-Landesregierung davon zu überzeugen, die Pöbelfreiheit wenigstens einzuschränken. Juncker, der seit Jahren ständig versichern muss, kein Alkoholproblem zu haben, scheint die Mehrheit unseres Bundesrates auf Kurs gebracht zu haben. An der letzten Sitzung vor den Sportferien wollte der Bundesrat endlich einen konkreten Gesetzesvorschlag zur Zuwanderung verabschieden. Drei Stunden wurde über die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative diskutiert. Ergebnislos. Offensichtlich wollen einige Bundesräte die aufrührerische Volksmehrheit möglichst lange hinhalten.

Quellennachweise: Zitate Trittenheim: Quellenbuch zur Schweizergeschichte, Zürich 1918, S. 301. Zitate Wimpheling: Quellenbuch zur Schweizergeschichte, Zürich 1918, S. 302. Zitate Friedrich Wilhelms IV. von Preussen: Edgar Bonjour, Die Gründung des Schweizerischen Bundesstaates, Basel 1948, S. 295.

 

One Response to Pöbelfreiheit

  1. Flammer says:

    Sehr treffend formuliert. Die Ohnmacht gegen die Vogelstrausspolitiker und die pauschale Verurteilung der kleinsten Kritik oder Äusserung ein Fremdenfeind zu sein macht mir Angst. Es muss zuerst noch viel mehr passieren, die Dinge müssen vollkommen aus dem Ruder laufen. Immer wieder versucht das Volk mit dem Begriff Einzelereignis zu betäuben. Zunehmend wird es immer mehr Orte geben, wo junge Frauen gefährdet sein werden, den es gibt anscheinend viele junge agressive männliche Immigrannten und Personen mit tiefer Respektschwelle (Köln ist wahrscheinlich ein representatives Beispiel), deren Respekt vor dem weiblichen Geschlecht gepaart mit sexueller Frustration eine gefährliche Mischung bilden.

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