Kolumne vom 27. Juni 2015 in den “Schaffhauser-Nachrichten”

Die Natur ist clever. Dominante Spezies, die das Gleichgewicht der Natur stören, werden eliminiert. Vor langer Zeit dominierten die Dinosaurier unsere Erde. Auf weiten Gebieten trampelten die Dinos Gras, Gebüsch und ganze Bäume nieder und zerfleischten tonnenweise Lebewesen. Dann traf ein Meteorit zielgenau unsere Erde. Der Rest ist bekannt: Viel Staub. Wenig Licht. Viel Kälte. Wenig Nahrung. Und schlussendlich das schnelle Ende der Dinos. Später erholte sich die Erde und neue Lebensformen konnten sich entwickeln.

Die meisten dominanten Spezies müssen von der Natur gar nicht erst eliminiert werden. Das erledigen die expansiven Arten gleich selbst. In der Regel folgt auf ein rasantes Wachstum eine schleichende Ressourcenknappheit und somit das Ende. So ist es auch seit Menschengedenken allen Hochkulturen ergangen. Bei Hochkulturen führen aber nicht nur Nahrungsprobleme zu Implosionen. Übertriebenes Wachstum kann auch zu gesellschaftlichen und territorialen Problemen führen. So ist es den Ägyptern, den Mayas oder den Römern ergangen. Und auch die machthungrigen Habsburger mussten schmerzlich ihre eigenen Grenzen kennen lernen.

Vor exakt 700 Jahren litten die Eidgenossen unter der damals besonders dominanten Spezies der Habsburger. Die damaligen Schweizer Bauern, unsere schlauen und eigensinnigen Vorfahren, widersetzten sich den Befehlen von Herzog Leopold I. Darauf wurde eine Starfaktion gestartet, die in der berühmten Schlacht am Morgarten ihren spektakulären Höhepunkt fand. Mit Hellebarden, Morgensternen, Äxten und rollenden Baumstämmen wurde die dominante Habsburgerspezies entweder erschlagen oder ertränkt. Leopold I. konnte sich durch feige Flucht entlang des Ägerisee nach Hause retten. Damals wie heute bewunderten die Menschen aus ganz Europa die störrischen aber weitsichtigen Eidgenossen.

Die Legenden und Chroniken rund um die Schlacht von Morgarten sind den Linken schon lange ein Dorn im Auge. Die historischen Berichte von den erfolgreichen Schlachten der Eidgenossen, die dem zentralistischen Grossreich der Habsburger schwer zusetzten, passen weder ins vorgefasste Geschichtsbild, noch in die Vision heutiger Linkspolitiker, die durch Fremdbestimmung und Umverteilung die Menschen entmündigen und gleichschalten wollen. Das Ziel von Mitte-Links, die Schweiz innerhalb der zentralistischen EU zu integrieren, bleibt. Bis heute ist die Schweizerische Volkspartei die einzige relevante Kraft im Lande, die sich konsequent gegen die Integration in die EU wehrt.

Leider sorgen in unseren Universitäten immer mehr Schweiz-kritische Professoren medienwirksam dafür, dass die alten Mythen aber auch Chroniken rund um die erfolgreichen Schlachten der alten Eidgenossen negiert werden. Aus linker Sicht ist klar: Störrische Bauern, die sich vor 700 Jahren mit viel Mut gegen eine zentralistische Elite zur Wehr setzten, passen nicht in das linke Wunschbild. Das jetzt rund um den Ägerisee archäologische Fundstücke aufgetaucht sind, welche die Schlacht am Morgarten bestätigen, ist ein harter Rückschlag für alle, die sich bislang über die Mythen der alten Eidgenossen lustig gemacht hatten. Die sensationellen Funde aus den Wäldern und Wiesen rund um das Schlachtgebiet werden von neutralen Experten archäologisch als hochbedeutend gewertet.

Die Natur ist clever. Dominante Spezies, die das Gleichgewicht stören, werden langfristig eliminiert. Eigentlich gelten auch die demokratisch nicht gewählten Spitzenpolitiker der EU als dominante Spezies. Mit ihren zentralistischen Grossmachtplänen werden sie scheitern. Immer mehr Menschen werden sich gegen ortsfremde Entscheidungen und willkürliche Umverteilungen wehren. Die alten Eidgenossen werden zum Vorbild von immer mehr Menschen in ganz Europa werden.

 

3 Responses to Morgarten, der bestätigte Mythos.

  1. Bernhard Greiner says:

    Grüezi Herr Pentti Aellig, als regelmässiger Leser Ihrer Kolumnen danke ich Ihnen für die in einem sehr anregenden Stil geschriebenen Gedanken. Bei aller Freude stört mich eigentlich nur, dass Sie dieses Forum fast immer auch als SVP-Parteiparolen-Verbreitungs-Instrument verwenden. Ich glaube felsenfest, dass dies gar nicht nötig ist. Machen Sie heute mal die Probe auf’s Exempel. Lassen Sie mal alles weg, Links oder Rechts, und die Kolumne wirkt immer noch oder besser. Die Linken haben die immer wieder auf sie gerichteten Hellebarden nicht mehr nötig, sie liegen ja bereits am Boden. Das fände ich eine Vorwärts-Strategie, wenn das eigene Ziel ohne Uebertreibungen in den Vordergrund gestellt und begründet und der “Gegner” gar nicht erwähnt wird. Sollte meine kleine Anregung bei allem Respekt vor Ihren Gedanken ein “Mü” Bewegung auslösen, ist der Sinn meiner Reaktion schon erreicht. Beste Grüsse Bernhard Greiner

  2. Grüezi Herr Aellig, nachdem Ihr Morgarten-Artikel auch noch weitere Reaktionen ausgelöst hat, erlaube ich mir noch einmal auf diesem Weg, Ihnen einen Gedanken-(An-)Stoss zu geben. Aus der über fünfzigjährigen Tätigkeit als Leiter von Chören und Gemeinschaften habe ich gelernt, dass die Meinungsvielfalt am besten dazu dient, schlussendlich das Richtig zu finden. Es ist unbequem, eine lästige Frage zu beantworten, aber sie fördert Klarheit über das eigene Denken. Denken Sie z.B. mal an die Diskussionen im Fernsehen wie Sonn-Talk, Tele-Blocher usw. – wie da die Exponenten der SVP (Blocher, Mörgeli, Heer, Giezedanner, Brunner und viele mehr) radikal ihre Positionen vertreten, andere werden oft lächerlich gemacht. Das stört mich sehr, weil es nicht nötig wäre. Es gibt keine Partei, die alleine den Volkswillen kennt und ihn vertreten soll. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn in der Schweiz die künftigen Herausforderungen mit weniger Radikalität in den Wegen zum Ziel angegangen werden. Es ist doch offensichtlich, dass die SP in der Schweiz nur noch eine marginale Rolle spielt; lassen Sie und Ihre Partei diesem Register im Orchester der Schweiz grosszügig seinen Platz.
    Gute Zeit wünscht Ihnen Bernhard Greiner

  3. Koller Wilhelm says:

    Was sagen Sie, Herr Aellig, zur Nachhilfelektion in Geschichte, die Ihnen Hans Schoch verabreicht hat. Ich muss sagen, dass ich mich darüber riesig gefreut habe. Wenn man, wie Sie, poltische Ambitionen hegt, bräuchte man noch mehr davon.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

CAPTCHA Image

*

Set your Twitter account name in your settings to use the TwitterBar Section.